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21.06.2010

„Sie werden im eigenen Blut ertrinken“

Erdogan droht mit Verschärfung des Kurden-Konfliktes
 

„Sie werden im eigenen Blut ertrinken“

Erdogan droht mit Verschärfung des Kurden-Konfliktes

In der Türkei eskaliert der Konflikt zwischen dem Militär und kurdischen Rebellen. Am Wochenende waren mindestens elf türkische Soldaten von Kämpfern der Untergrundorganisation PKK des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan getötet worden. Damit erhöht sich die Zahl der türkischen Opfer seit April dieses Jahres auf fast 50 Soldaten und Polizisten. Und es dürfte noch mehr Tote in dem Konflikt geben.

Teile der kurdischen Freischärler drohen mit Anschlägen auf türkische Ferienorte, was das Tourismusgeschäft als wichtige Einnahmequelle des kleinasiatischen Landes gefährden würde. Und Ministerpräsident Recep T. Erdogan, Chef der islamisch-nationalistischen AKP, kündigt in gewohnt martialischer Manier an, die kurdischen Rebellen werden „in ihrem eigenen Blut ertrinken“.

Hier geht es zur Meldung in der österreichischen Zeit „Die Presse“

Erinnern wir uns:

Als die Europäische Union der Türkei im Dezember 1999 den Status eines Beitrittskandidaten zuerkannte, wurde das auch mit dem Waffenstillstand zwischen Ankara und der PKK begründet, der kurz zuvor nach 25 Jahren Bürgerkrieg geschlossen worden war. Doch davon ist nichts geblieben.

2004 wurde das Abkommen von der PKK aufgekündigt. Nach den blutigen Ereignissen vom Wochenende droht jetzt eine deutliche Verschärfung der Auseinandersetzung zwischen dem türkischen Militär und den kurdischen Separatisten. Daß die Rebellen bei den etwa 15 Millionen Kurden in der Türkei immer noch breite Unterstützung genießen, liegt auch daran, daß der kurdischen Minderheit im Land die volle Gleichberechtigung bis heute verweigert wird – trotz gegenteiliger Ankündigungen aus Ankara und den Reformverpflichtungen, die sich für die Türkei aus den Beitrittsverhandlungen mit der EU ergeben.


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