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27.07.2010

Außenminister Westerwelle erteilt raschem Türkei-Beitritt eine Absage

Britischer Premier Cameron vehement für EU-Aufnahme der Türkei
 

Außenminister Westerwelle erteilt raschem Türkei-Beitritt eine Absage

Britischer Premier Cameron vehement für EU-Aufnahme der Türkei

Die Positionen sind gegensätzlich: Während Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle der Türkei fehlende Reife für einen Beitritt zur EU bescheinigt, wirbt der neue britische Premierminister Davon Cameron massiv für eine Aufnahme des kleinasiatischen Landes in die Union. Cameron, der sich zu einem Besuch in der Türkei aufhält, will nach eigenen Worten eine „Straße von Brüssel nach Ankara bauen“. Die Türkei, so der britische Regierungschef weiter, könne Europa einen größeren Wohlstand und eine stärkere politische Stabilität bringen. Westerwelle dagegen will die Türken zwar nicht vor den Kopf stoßen, schließt aber deren baldige Mitgliedschaft in der Union aus. Auf Nachfrage von Journalisten wollte Westerwelle nicht einmal eine Volksabstimmung über einen Türkei-Beitritt verneinen.

Hier zwei Meldungen zum Thema:

http://de.news.yahoo.com/2/20100727/tts-cameron-veraergert-wegen-berlins-nei-c1b2fc3.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,708609,00.html

Hat Britanniens Ministerpräsident plötzlich seine Liebe zu Europa entdeckt? – Mitnichten! Daß ausgerechnet David Cameron, der auch Chef der europaskeptischen Konservativen Partei ist, den EU-Beitritt der Türkei fordert, hat einen einfachen Grund: London möchte die Europäische Union durch die rasche Aufnahme des kleinasiatischen Landes schwächen und nicht etwa stärken, wie der britische Premier behauptet. Cameron weiß: Eine Mitgliedschaft der Türkei in der EU würde die Union als Wertegemeinschaft unterhöhlen und die Konsensbildung zwischen den Staaten erschweren. Die EU wäre damit als politische Einheit auf kurz oder lang erledigt. Am Ende bliebe eine bloße Freihandelszone. Genau dieses Ziel haben die britischen Konservativen schon immer verfolgt, übrigens im Einklang mit den USA. Deshalb sind die Äußerungen Camerons nicht überraschend, sondern nur konsequent.


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